Uiguren melden Massenverhaftungen in Uyghuristan
Montag, 25. August 2008 11:20


Kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele wird klar, dass die chinesische Führung ihren Kurs gegen Oppositionelle und Minderheiten nicht verändert hat. So haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Regimegegnern 500 Uiguren in Xinjiang verhaftet. Menschenrechtler ziehen nach den Spielen eine negative Bilanz.
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Foto: dpaUiguren nennt man die islamische Minderheit in China. Hier sieht man eine Marktszene aus der Stadt Kasghar.
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Foto: AFPDie Minderheit kämpft für eine Abspaltung von China. Hier demonstrieren Uiguren in Brüssel für ihre Rechte.

Chinesische Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Regimegegnern in den vergangenen zwei Wochen 500 Uiguren in der Wüstenregion Xinjiang verhaftet. Allein in der Oasenstadt Kashgar an der früheren Seidenstraße habe es 100 Verhaftungen gegeben, berichtete der Uigurische Weltkongress am Montag.

Die Organisation appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, Einspruch in Peking zu erheben. Viele der muslimischen Uiguren widersetzen sich der chinesischen Fremdherrschaft. In den vergangenen Wochen gab es in den uigurischen Oasenstädten am Rande der Wüste Taklamakan mehrere gewalttätige Zwischenfälle mit rund 30 Toten.

Nach Angaben des Uigurischen Weltkongresses werden die Familien nicht über den Aufenthaltsort der Verhafteten informiert. Das “Verschwinden” sei in den uigurischen Gebieten alltägliches Ereignis. Beteiligt an der Verhaftungswelle seien Armee, Polizei und Geheimdienste. Die Verhaftungen seien willkürlich. Haftbefehle oder sonstige juristische Formalien gebe es nicht.

Menschenrechtler ziehen negative Bilanz der Olympischen Spiele
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRIC) zog eine negative Bilanz der Olympischen Spiele. Die chinesische Regierung habe die Spiele erfolgreich genutzt, um ihre politischen Ziele zu verwirklichen, erklärte die Hongkonger Organisation.

“Die sorgfältig verputzte Fassade kann aber nicht den Polizeistaat verbergen, der auf den Menschenrechten herumtrampelt”, sagte die Geschäftsführerin Sharon Hom. Den Preis der Spiele zahle die chinesische Bevölkerung.

Seit 2001 seien rund 1,5 Millionen Pekinger für den Bau der olympischen Sportstätten zwangsweise umgesiedelt worden, gegen wenig oder keinerlei Schadenersatz für den Verlust ihrer Häuser und Wohnungen. Für die Begrünung des am Rande der Wüste gelegenen Peking seien geschätzte 200 Millionen Kubikmeter Wasser verwendet worden.

Das Wasser sei aus der von Dürre bedrohten Nachbarprovinz Hebei umgeleitet worden. „Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Kopf in den Sand gesteckt, wenn es mit den Berichten über Einschränkungen der Pressefreiheit, Verhaftungen und Luftverschmutzung konfrontiert wurde“, erklärte Hom.


Grünen-Politiker: Gold für IOC in Disziplin politische Naivität
Der Grünen-Politiker Volker Beck kritisierte das Internationale Olympische Komitee (IOC) zum Ende der Olympischen Spiele scharf. “Das IOC hat Gold in der Disziplin politische Naivität und Opportunismus gewonnen”, erklärte der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.

“Jacques Rogge und seine Funktionäre haben sich zum propagandistischen Handlanger des chinesischen Regimes gemacht.” Die Bilanz für Dissidenten und die unterdrückten kulturellen Minderheiten der Uiguren und Tibeter sei negativ. In vielen Bereichen sei entgegen der Zusagen der Chinesen die Repressionschraube angezogen worden.

Beck forderte, die Weltgemeinschaft und die Olympische Bewegung müsse nach den olympischen Spielen durch Entsendung von Beobachtern sicherstellen, dass es in den Provinzen Tibet und Xinjiang nicht noch zu einer weiteren Verschärfung der Repression komme. Zudem brauche die olympische Bewegung eine Reformdiskussion.

“Es darf sich nicht wiederholen, dass man in Ländern, die die Menschenrechte systematisch verletzen, ohne verbindliche Vereinbarungen über die menschenrechtlichen Rahmenbedingungen die olympischen Spiele austrägt”, sagte Beck mit Blick auf die Winterspiele 2014 in Sotschi in Russland.DPA/FSL

Von:http://www.morgenpost.de/politik/article862365/Uiguren_melden_Massenverhaftungen_in_Xinjiang.html

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